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Das Land am Fuße des Schöckl wurde im 6. Jahrhundert als
erstes von Slawen besiedelt, was auch manchen Ortsnamen einschließlich
„Schöckl" zu entnehmen ist. Römer waren nie hier.
Die ersten Urkunden aus 1147 und 1185 bestätigen einen
Herrensitz in Diepoltsberg und den Bau einer kleinen Kirche.
Die Burg Ehrenfels wird im 11. Jahrhundert erbaut
und dient als Verwaltungszentrum. Ab 1439 kommt sie durch Heirat in den Besitz
der Stubenberger. Bald verliert sie an Bedeutung und verfällt. 1983 beginnen
die neuen Besitzer mit der Renovierung zur Wohnburg.
1295 wird die Hl. Radegundis
Schutzheilige unserer Kirche. Im Gemeindewappen
verweisen über einem goldenen Holzschaff (Kurort) zwei Wolfsköpfe auf das
legendäre Schicksal der Heiligen.
Erst 1403 wird das Dorf „Radigundstarff" schriftlich
genannt. Aus dieser Zeit erinnert noch ein Lindenbaum am Lindenweg beim Anwesen
Tromper.
Ab 1732 entsteht dieses Kleinod. Ab 1770 will Pfarrer Braun
nicht nur die 14 üblichen Kreuzwegstationen sondern die ganze Passion lebendig
machen: So entstehen 22 Stationen, vom Letzten Abendmahl bis zur Grablegung,
zusätzlich eine Heilige Stiege. Seit 1807 ist der Kalvarienberg
Allgemeingut, er wird von der Gemeinde mit großer Unterstützung des „Verein zur Erhaltung des Kalvarienbergvereines"
betreut.
Seit 1841 spricht man vom „Kurort" St. Radegund. In diesem Jahr wird hier die „1. Kaltwasseranstalt" der Steiermark begründet. Mit der neuen Leitung der Anstalt durch Dr. Gustav Novy beginnt 1864 die Erweiterung und Blütezeit unseres Kurortes. Spazierwege entlang von 22 architektonisch gefassten Quellen entstehen. Die Kur ist auf „Wasser - Luft - Bewegung" aufgebaut.
Bereits 1867 gibt es ein Postamt, 1870 eine Telegraphenstation.
Der Friedhof wird aus hygienischen Gründen 1876 von der Kirche wegverlegt.
1887 regt die Kuranstalt die Gründung der Feuerwehr St. Radegund an. (Im wirtschaftlich wichtigen Dorf Rinnegg gründet sich 1929 die Feuerwehr Rinnegg.)
In den Jahren bis zum 1. Weltkrieg ist St. Radegund ein international begehrter Nobel-Kurort, der ungarische Adel ist besonders stark vertreten. 1883 initiieren dankbare Kurgäste die Errichtung eines 20m hohen Obelisken zu Ehren des Kuranstaltbesitzers Dr. Gustav Novy. „Novystein".
1918 wird der gesamte Besitz der Kuranstalt verkauft. Nach dem Erwerb 1958 und Umbau durch die Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter wird die erste Herz- und Kreislaufheilstätte Österreichs eröffnet. Seit 1973 stehen im Neubau des nunmehrigen Rehabilitationszentrum für Herz- und Kreislauferkrankungen - nun nicht mehr im Ortszentrum - 150 Betten zur Verfügung.
1986 wird im Kurhaus ein neuer Kurbetrieb eröffnet.
Der ehemalige Alterssitz von Dr. Novy in Diepoltsberg, später Merkur-Sanatorium, wird zuletzt 2007 zur „Privatklinik St. Radegund" mit 120 Betten für die Rehabilitation von Burn-out-Patienten ausgebaut.
Seit 1968 ist St. Radegund einer von den fünf steirischen „Heilklimatischen Kurorten"
.
1996 beginnt die Gemeinde mit der Ortserneuerung unter Beteiligung der
Bevölkerung. Das Ortszentrum St. Radegund bekommt 1998 ein neues Gesicht, auch
Rinnegg und Kreuzberg werden erneuert. Ein Musikheim und die Vergrößerung des
Kindergartens sind ebenso dabei wie zuletzt der Neubau eines
Wirtschaftszentrums. Ein Kneipp-Meditationsweg wird geschaffen, die
Quellfassungen werden laufend renoviert. Der Gendarmerieposten wird leider nach
118 Jahren seines Bestehens 2003 aufgelassen.
Bereits 1929 wurde ein Freibad in St.
Radegund eröffnet, zuletzt 1997 neugestaltete Freizeitpark
bietet neben dem solarbeheizten Schwimmbad zwei Tennisplätze, einen
Beachvolleyball- und Soccerplatz sowie Eislaufplatz. 1964 errichtete der
Sportverein den 1. Schilift beim GH Budapest (seit 2000 mit Flutlicht), 1984
einen Fußballplatz.
2003 war auch St. Radegund Austragungsort der Mountainbike-Europameisterschaft.
Internationale Meisterschaften der Hängegleiter und der Orientierungsläufer
finden statt.
In
St. Radegund gibt es mit 30 Vereinen ein reiches
Gesellschaftsleben. Der „Sportverein St. Radegund" mit fast 1.000 Mitgliedern
und 8 aktiven Sportarten ist der größte. Die ältesten Vereine sind der
Kameradschaftsbund und der Musikverein.